Folge 21: KI-Aufwind für Europa – Open Source + AI-Act Leitplanken

9.01.2026 | Vom Hype zum Handeln

In dieser Folge sprechen wir über den KI-Aufwind, den Europa 2026 für sich nutzen kann. Die Voraussetzungen von Open Source-KI, mehr Datensouveränität durch lokale On-Premise-Lösungen und neue EU-Standards  sowie verlängerte Fristen im Rahmen des AI-Acts tragen dabei zum Aufwind bei.

Mein Gesprächspartner ist Dr. Lukas Staffler, Rechtsanwalt aus Innsbruck, Jurist und Experte für Digitalisierung und KI-Compliance, berät Unternehmen u.a. zu AI Compliance und lehrt an europäischen Universitäten. Dr. Staffler erklärt, wie die die Bremse des AI-Acts lösen will und wie durch Open Source und klare Leitplanken ein Rahmen für verantwortungsvolle Innovation entsteht, der Unternehmen echten Rückenwind geben kann.


KI-Aufwind 2026

Wir sprechen darüber wie Open Source-KI Freiraum und Chancen für Europa bietet und wie Datensicherheit durch lokale Lösungen in Kombination zum Gamechanger in Sachen Datensicherheit werden kann.

Gleichzeitig verschiebt die EU teilweise Fristen des EU AI-Acts, der 2025 und 2026 stufenweise in Kraft tritt.

Außerdem schafft die EU von der Wirtschaft eingeforderte Standard-Vorgaben und verlängert die Übergangsfrist für deren Umsetzung.

1. 2025: Das Jahr der Umbrüche

2025 war ein Jahr, in dem sich das Kräfteverhältnis in der KI-Welt im Januar mit einem Knalleffekt verschob.

Mit dem Open-Source-Durchbruch durch Modelle wie DeepSeek wurde – wenige Tage nach Trumps Inauguration inmitten der US-Tech Milliardäre – sichtbar:

  • USA hat kein Monopol auf generative KI Modelle
  • China spielt mit DeepSeek in der ersten Liga mit

Gleichzeitig wurde klar:

  • Chatbots bzw. Large Language Models (LLMs) können auch ressourcenschonend entwickelt und betrieben werden und sind nicht zwingend auf die jeweils schnellsten Hochleistungs-Chips angewiesen.


Was öffentlich kaum wahrgenommen wurde, markiert für Unternehmer bzw. KI-Betreiber den eigentlichen Wendepunkt:

  • Open-Source-Lösungen ermöglichen nun einen breiten und unabhängigen Einsatz von KI-Anwendungen für alle.

Künstliche Intelligenz muss nicht ausschließlich zentral in großen Cloud-Infrastrukturen in den USA oder China betrieben werden. Sie kann auch lokal, eigenständig und sicher genutzt werden – mit voller Kontrolle über Unternehmensdaten.

2. EU bessert nach: Der AI-Act als Leitplanke

Mitten in dieser Dynamik zieht Europa nach – nicht mit einem neuen Supermodell, sondern mit klaren rechtlichen Leitplanken für den Umgang mit KI.

  • Der EU-AI-Act markiert dabei keinen Neuanfang, sondern eine Antwort auf die technologische Zeitenwende von 2025.
  • Er soll Sicherheit schaffen, ohne Innovation zu bremsen – ein Regelwerk, das Orientierung gibt, statt zu verunsichern.

Ziel ist es, dass europäische Unternehmen KI nachvollziehbar, fair und sicher einsetzen können – und dabei ihre Datenhoheit behalten.

3. Standards & neue Fristen für Planungssicherheit

Besonders wichtig: Hochrisiko-Anwendungen werden erst verpflichtend, wenn die technischen Standards offiziell festgelegt sind.
Das verschafft Unternehmen Zeit und Planbarkeit, um Systeme anzupassen, Know-how aufzubauen und Risiken realistisch zu bewerten.

Die EU setzt dabei auf ein Prinzip, das auch jeder Unternehmer berücksichtigt: Qualitätsmanagement.
Qualität, Verlässlichkeit und Transparenz sind die Grundlage, um Vertrauen aufzubauen – bei Kunden ebenso wie bei Technologie.

Denn wer seine Systeme lokal betreibt und kontrolliert, erfüllt die Anforderungen an Transparenz, Sicherheit und Verantwortung aus eigener Stärke heraus.

4. Open Source & On-Premise: Potenzial zum Gamechanger

Zwei Entwicklungen, die Europas Chancen neu definieren: Open Source-KI und On-Premise-Lösungen.
Modelle wie Mistral oder DeepSeek lassen sich heute direkt auf der eigenen Infrastruktur betreiben – unabhängig von globalen Cloud-Diensten.

Das Riesen-Potenzial und Gamechanger für Unternehmen:
Sie behalten ihre Datenhoheit und können Innovation schneller, sicherer und eigenständiger umsetzen.

Denn wer seine Systeme lokal betreibt und kontrolliert, erfüllt zugleich die Anforderungen an Transparenz, Sicherheit und Verantwortung aus eigener Stärke hera

Open Source und On-Premise sind damit nicht nur Technologien – sondern in ihrer Kombination eine strategische Chance für jedes Unternehmen – und uU. auch für Europas digitale Souveränität.

So wird durch Open Source und On-Premise Datensouveränität – und damit ein Grundgedanke des AI-Act – wesentlich greifbarer und einfacher umsetzbar.

´

Rechtsanwalt Dr. Lukas Staffler

Dr. Lukas Staffler, LLM ist ein auf Digitalisierungsrecht und Strafrecht spezialisierter Anwalt aus Innsbruck und ISO-zertifizierter Compliance Officer.
Er ist Mitglied verschiedener Expertennetzwerke wie der Rechtsanwaltskammer Tirol und der Robotics & AI Law Society sowie Lehrbeauftragter an Universitäten wie der Universität Zürich und dem MCI für Bereiche wie Cybersicherheitsrecht und KI-Transformationsrecht. Er entwickelt praxisorientierte Lösungen für komplexe rechtliche Herausforderungen im Digitalisierungsbereich.



ÜBER DEN PODCAST

Petra – deine Hosts sind Experten für digitales Marketing, Organisationsentwicklung / IT 

In Folge 21 spricht Petra. Expertin für digitales Marketing mit KI mit Rechtsanwalt Dr. Lukas Staffler

Mit ihrem digitalen und Marketing-Background geht es für Petra darum, den Blick weg von Tools, hin zum zentralen Erfolgsfaktor für digitale Transformation zu lenken: Dem aktiven Gestalten von und für Menschen in Organisationen – und dabei den Blick für Chancen aber auch kritisches Denken und Handeln im Umgang mit KI-Tools zu schärfen.
Neben dem Menschen stellt Petra immer die Machbarkeit für Unternehmer in den Vordergrund.


Petra LIEBL Content Bakery
Als erfahrene Onlineexpertin und zertifizierte Digitalberaterin verbindet Petra Strategie, digitales Marketing und KI zu wirkungsvollen Online-Lösungen für Unternehmer:innen. Digitaler Transformation denkt Petra 100% Menschen-zentriert und stellt die Machbarkeit für Unternehmer in den Vordergrund.

„Wir wollen den Blick weg von Technik, hin zum zentralen Erfolgsfaktor für digitale Transformation lenken: Dem aktiven Gestalten von und für Menschen in Organisationen.“

Im Podcast Vom Hype zum Handeln“ tauchen wir in weiteren Folgen noch tiefer in einzelne Aspekte ein, lassen Experten zu Wort kommen und stellen praktische Beispiele aus der Unternehmenspraxis vor. Dabei werden sowohl erfolgreiche Implementierungen als auch Lernerfahrungen aus weniger erfolgreichen Versuchen geteilt, um Unternehmen den Weg in die KI-gestützte Zukunft zu erleichtern.

In „Vom Hype zum Handeln“

  • beleuchten wir verschiedene Anwendungsfelder
  • teilen wir eigene Erfahrungen und Insights
  • bieten wir Experteninterviews mit Praktikern
  • stellen wir konkrete Implementierungsbeispiele vor 
  • besprechen wir KI-Entwicklungen

Unser Transformationspodcast „Vom Hype zum Handeln“

  • erscheint 2-wöchentlich und wird um
  • Audio-Bausteine aus dem „KI Kaffee“ und Beiträge zum Themenkreis Wandel und KI ergänzt.

Deine Gastgeber

  • Petra Liebl – Marketing-Beratung und Digitalisierungsexpertin
  • Daniel Knabl – Systemische Beratung und IT-Experte