In dieser Folge sprechen wir darüber, wie der Abschied von KI-Allerweltstexten gelingt – und dass Marketing auch mit KI zur klaren Positionierung beitragen muss. Warum reine Textgenerierung für KI-Marketing nicht reicht, weshalb 2026 Konsolidierung statt Tool-Experimenten braucht und wie Strategie, Zielgruppenverständnis und integrierte Prozesse den Unterschied machen.
Meine Gesprächspartnerin ist Ute Mariacher, Führungs- und Organisationsentwicklerin aus Innsbruck. Sie verbindet langjährige Führungserfahrung mit unternehmerischer Praxis und kennt sowohl die Strukturen größerer Organisationen als auch die Realität von Solo-Selbständigen.
Vom Experiment zur Positionierung
Ute Mariacher erklärt, warum viele KI-Texte zwar korrekt formuliert sind, aber dennoch austauschbar wirken. Weshalb Positionierung vor Tool-Auswahl stehen muss – und wie (m)ein spezialisierter KI-Marketing Assistent FELIX Marketingprozesse professionalisiert – und dabei 100% individuelle und persönliche Texte liefert.
Erste Erkenntnis: Eloquenz ersetzt weder Persönlichkeit noch Positionierung.
1. 2024/2025 zeigten Text-Explosion
2024 und 2025 waren die Jahre, in denen sich generative KI im Marketing rasant verbreitete. Mit wenigen Eingaben entstanden in Sekunden Blogartikel, LinkedIn-Posts, Newsletter und teilweise sogar (nicht so gute) Webseiten. Die Conclusio: Was früher Zeit, Struktur und redaktionelles Know-how erforderte, lässt sich plötzlich automatisieren.
Sichtbar wurde dabei jedoch nicht nur Effizienz, sondern auch ein neues Problem: Texte wurden schneller produziert als strategisch durchdacht.
Im beobachteten Berater- und Coaching-Bereich zeigte sich besonders deutlich: Viele Inhalte waren sprachlich korrekt, sauber strukturiert und gut lesbar – aber sie klingen zunehmend ähnlich. Formulierungen wiederholen sich, Argumentationsmuster ähneln sich stark. Differenzierung und Persönlichkeit? Mangelware.
FAZIT: Was technologisch beeindruckte, führte kommunikativ zur Nivellierung.
Oder anders formuliert: Die Quantität stieg wie in den meisten Branchen. Aber Masse ist im Beratungsumfeld meist nicht die Lösung.
2. Textkompetenz ist nicht das Kernproblem
Im Gespräch wird eine zentrale Annahme hinterfragt: Liegt das Problem vieler Selbstständiger tatsächlich in mangelnder Textkompetenz? Oder liegt es tiefer – in fehlender strategischer Einbettung?
Ute Mariacher bringt hier eine klare Perspektive ein. Sie beobachtet nicht in erster Linie schlechte Texte. Im Gegenteil: Viele KI-generierte Inhalte sind korrekt formuliert, gut strukturiert und formal einwandfrei. Das eigentliche Defizit liegt woanders.
Es fehlt die erkennbare Individualität.
Es fehlt die spürbare Arbeitsweise.
Es fehlt die klare Haltung.
Damit verschiebt sich der Fokus. Die Frage lautet nicht mehr: „Kann KI gute Texte schreiben?“ Sondern: „Unterstützt dieser Text meine Spezialisierung und meine Positionierung am Markt?“
Genau hier wird es strategisch.
3. Vom General-Purpose-Tool zum integrierten Assistenten
Die Unterschiede liegen nicht in der Nutzung von Tool A oder B selbst liegt, sondern in seiner Einbettung. Ein allgemeines Gen-AI-Tool kann vieles: Rezepte vorschlagen, Ausflüge planen, Texte formulieren. Es reagiert auf Prompts.
Was ihm jedoch fehlt – wenn es nicht immer mühsam gepromptet wird – ist Kontext über Custom Instructions hinaus.
Mit FELIX wurde bewusst ein anderer Ansatz gewählt. Nicht ein weiteres Texttool, sondern ein integrierbarer Baustein in den Marketing-Alltag. Vor der ersten Nutzung wurden Unternehmensinformationen hinterlegt, individuelle Sprachmuster eingespeist und Zielgruppen definiert.
Beispiel: Unterschiedliche Zielgruppen – etwa Female Leadership oder Personalverantwortliche – erhalten unterschiedliche Ansprache, weil sie unterschiedliche Sorgen und Wirklichkeiten haben.
Die Reaktion auf den ersten Text von FELIX: „Das ist unglaublich!“
Nicht nur wegen der Struktur – sondern wegen einer Formulierung, die der eigenen pointierten Sprache erstaunlich nahekam.
Hier zeigt sich, worum es geht: Persönlichkeit reproduzierbar machen, ohne sie zu verwässern.
4. Zeitinvestment oder Systementscheidung?
Natürlich, so wird im Gespräch offen eingeräumt, wäre vieles auch mit aufwändigem Prompting erreichbar. Mit ausreichend Zeit, Geduld und Trial-and-Error ließen sich ähnliche Ergebnisse erzielen. ABER…
Doch Frau Mariacher formuliert eine realistische Gegenfrage: Hat eine selbstständige Beraterin diese Zeit dauerhaft?
Damit rückt ein weiterer Aspekt in den Vordergrund: Integration.
Ein Assistent muss sich in die Lebenswirklichkeit einfügen, nicht zusätzliche Komplexität erzeugen. Er soll Marketingwissen mitdenken, Struktur liefern und im Hintergrund Prozesse abbilden – etwa direkt im WordPress-Umfeld.
Es geht nicht um noch ein Tool.
Es geht um Entlastung bei gleichbleibender Qualität. In ihrer Kombination eine strategische Chance für jedes Unternehmen.
5. 2026: Konsolidierung statt Dauer-Experiment
Im letzten Teil des Gesprächs richtet sich der Blick nach vorne. 2024 und 2025 waren von Experimentierfreude geprägt. Neue Tools, neue Agenten, neue Funktionen. Doch mit der steigenden Anzahl an Möglichkeiten wächst auch die Unsicherheit.
Mehr Tools bedeuten mehr Entscheidungen.
Mehr Abos bedeuten höhere Kosten.
Mehr Funktionen bedeuten nicht automatisch mehr Wirkung.
Ute formuliert es nüchtern: Die Zeit des Experimentierens könnte sich ihrem Ende nähern. 2026 braucht Konsolidierung. Nicht weitere Spielereien, sondern klare Systeme.
Dabei wird auch ein Missverständnis adressiert, das 2025 kursierte: KI ersetze Suchmaschinenoptimierung. Die Realität ist komplexer. Technische Aspekte wie strukturierte Daten und Schemas bleiben relevant. Textgenerierung allein reicht nicht.
Professionalisierung bedeutet daher nicht „mehr KI“, sondern „besser eingebundene KI“.
Wenn Positionierung am Markt entscheidend bleibt, dann braucht es Unterstützung genau an dieser Stelle – nicht in Form von Allerweltstexten, sondern als strategischer Verstärker.

Du möchtest FELIX kennenlernen?
Hier geht es zum Speed-Dating 🙂
In Folge 23 spricht Petra, Expertin für digitales Marketing mit KI mit Mag. Ute Mariacher MSc
Mag. Ute Mariacher MSc
Ute Mariacher ist Führungs- und Organisationsentwicklerin aus Innsbruck. Sie verbindet langjährige Führungserfahrung mit unternehmerischer Praxis und war vor ihrer Selbstständigkeit viele Jahre in leitenden Funktionen tätig – unter anderem im Bankenrechenzentrum, bei der Standortagentur Tirol sowie als Geschäftsführerin im Personalbereich mit umfassender Budget-, Strategie- und Führungsverantwortung.
Heute begleitet sie Unternehmerinnen, Führungskräfte und Organisationen in Veränderungsprozessen, mit besonderem Fokus auf Leadership, Positionierung und wirksame Kommunikation. Ihre Arbeit verbindet strategisches Denken mit operativer Umsetzbarkeit – und genau diese Perspektive prägt auch ihren Blick auf den Einsatz von KI im Marketingalltag.
Weitere Informationen:
Petra LIEBL – Content Bakery
Als erfahrene Onlineexpertin und zertifizierte Digitalberaterin verbindet Petra Strategie, digitales Marketing und KI zu wirkungsvollen Online-Lösungen für Unternehmer:innen. Digitaler Transformation denkt Petra 100% Menschen-zentriert und stellt die Machbarkeit für Unternehmer in den Vordergrund.
Mit ihrem digitalen und Marketing-Background geht es für Petra darum, den Blick weg von Tools, hin zum zentralen Erfolgsfaktor für digitale Transformation zu lenken: Dem aktiven Gestalten von und für Menschen in Organisationen – und dabei den Blick für Chancen aber auch kritisches Denken und Handeln im Umgang mit KI-Tools zu schärfen.
Neben dem Menschen stellt Petra immer die Machbarkeit für Unternehmer in den Vordergrund.
„Wir wollen den Blick weg von Technik, hin zum zentralen Erfolgsfaktor für digitale Transformation lenken: Dem aktiven Gestalten von und für Menschen in Organisationen.“
ÜBER DEN PODCAST
Im Podcast Vom Hype zum Handeln“ tauchen wir tiefer in einzelne Aspekte ein, lassen Experten zu Wort kommen und stellen praktische Beispiele aus der Unternehmenspraxis vor. Dabei werden sowohl erfolgreiche Implementierungen als auch Lernerfahrungen aus weniger erfolgreichen Versuchen geteilt, um Unternehmen den Weg in die KI-gestützte Zukunft zu erleichtern.
In „Vom Hype zum Handeln“ …
- beleuchten wir verschiedene Anwendungsfelder
- teilen wir eigene Erfahrungen und Insights
- bieten wir Experteninterviews mit Praktikern
- stellen wir konkrete Implementierungsbeispiele vor
- besprechen wir KI-Entwicklungen

Unser Transformationspodcast „Vom Hype zum Handeln“
- erscheint 2-wöchentlich und wird um
- Audio-Bausteine aus dem „KI Kaffee“ und Beiträge zum Themenkreis Wandel und KI ergänzt.
Deine Gastgeber
- Petra Liebl – Marketing-Beratung und Digitalisierungsexpertin
- Daniel Knabl – Systemische Beratung und IT-Experte
